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Hardt, im Mai 1998

1.000.000 Liter Trinkwasser durch Regenwasser eingespart!

 

Innerhalb von nur acht Jahren konnte die Familie Janka aus Hardt bei Beratzhausen eine Million Liter Trinkwasser durch ihre Regenwassernutzungsanlage einsparen.  

Regenwasserzähler Als beim Neubau die Frage aufkam, "was tun mit der ehemaligen Güllegrube des Hofes", entschloss man sich, die 50 Kubikmeter fassenden Grube zur Nutzung von Regenwasser einzusetzen. Den entscheidenden Ratschlag gab der für Heizung und Sanitär beauftragte Handwerksbetrieb Ehrensberger aus Lupburg, der bereits Erfahrungen mit ähnlichen Anlagen gesammelt hatte. Der Entschluß, die Toiletten des Hauses nur an die Regenwasseranlage anzuschließen, war ein gewagter Entschluss, der entgegen den Empfehlungen vieler Bekannter zur damaligen Zeit dennoch durchgeführt und bis heute nicht bereut wurde.

Besonders in der Anfangsphase, als noch viele Sträucher und die um das Haus liegende Grünfläche gewässert werden mußten, stellte sich der enorme kostenlose Vorrat an Wasser positiv heraus. Selbst wenn der Sprenger zehn Stunden am Tage in Betrieb war, hatte man hinterher kein schlechtes Gewissen, Trinkwasser vergeudet zu haben. Nach ca. zwei Jahren wagte man den nächsten Schritt und schloß die Waschmaschine an die Regenwasseranlage an. Gerade bei der Nutzung der Waschmaschine mit Regenwasser merkte man, daß hier große Mengen an Trinkwasser eingespart werden können. Zugleich hatte man durch das weiche Regenwasser einen niedrigeren Verbrauch an Waschpulver, da in Hardt das Trinkwasser einen hohen Kalkwert aufweist. Der Trinkwasserverbrauch der inzwischen sechsköpfigen Familie liegt nur mehr bei jährlich ca.120 Kubikmeter, dazu kommen noch einmal 120 Kubikmeter Regenwasser, so dass man sagen kann, dass ca. die Hälfte des Wasserverbrauchs der letzten 8 Jahre durch Regenwasser eingespart werden konnte.

Durchschnittlich verbraucht jeder Bundesbürger tagtäglich 140 Liter Trinkwasser. Davon 30 - 45 Liter für die Toilettenspülung, 20 Liter für das Waschen mit der Waschmaschine und je nach Gartengröße 5 - 10 Liter für das Gartengießen. Als Nahrungsmittel werden nur 3 – 5 Liter reines Trinkwasser benötigt. Für das Gartengießen mit jeweils 150 Liter pro Tag benötigt man für 20 Trockentage bereits eine Speichergröße von 3.000 Liter. Bei einem zusätzlichem Einsatz für die Toilettenspülung sollte daher der Speicher mindestens 6.000 Liter fassen. Automatische Nachspeisesysteme und Füllstandsanzeigen gibt es im Fachhandel.

 Da die Dimension der Anlage eine gebräuchliche Regenwassernutzungsanlage übersteigt, war es anfangs sehr schwierig vorherzusagen, ob der Speicher durch die angeschlossenen Dachflächen des Wohnhauses und eines Nebengebäudes jemals gefüllt werden kann und als dies der Fall war, ob durch den normalen Verbrauch für die Reinigung das Becken jemals wieder leer werden würde. Beide Erscheinungen treten inzwischen regelmäßig ein, das heißt im Normalfall ist das Becken im Herbst und im Frühjahr vor dem Gartengießen dreiviertel gefüllt. Nach einer längeren Trockenheit, wie in diesem Jahr im Mai, kann es jedoch durchaus sein, dass selbst dieses große Becken (10 m lang, 2 m breit und 2,50 m tief) für ein oder zwei Wochen leer ist.

Die ehemalige Güllegrube wurde anfangs gründlich gereinigt und mit einer Betondecke versehen. Im Keller des neuen Hauses wurde ein Hauswasserwerk installiert, die das Regenwasser durch eine Leitung ansaugt und zu den Leitungen (Toiletten, Waschmaschine, Gartenanschluss) verteilt. In einem kleinem Vorbecken werden zunächst alle Dachablaufleitungen gesammelt und durch einen zentralen Überlauf in den Speicher geleitet. Nach mehreren Versuchen mit verschiedenen Möglichkeiten der Filterung, kam man zu der überraschend einfachen Lösung, dass eine einfache Damenfeinstrumpfhose als "Filterkorb" für den groben Schmutz wie Blätter, Regenwürmer etc. die ideale Lösung ist. Je nach Jahreszeit muss dieser kostenlose Filter alle 2 - 3 Monate entleert und alle Jahre einmal ersetzt werden. Nur im Keller des Hauses wurde vor der Pumpe ein Filter, wie man ihn auch in der Trinkwasserversorgung des Hauses benützt, eingesetzt. Einmal im Jahr wird die Filterpatrone darin erneuert.

Da die Kosten der gesamten Anlage möglichst niedrig gehalten werden sollten, wurde auf eine automatische Trinkwassernachspeisung ebenso verzichtet wie auf einen vollautomatischen Füllstandszeiger. Da nur sehr selten (höchstens einmal im Jahr) Trinkwasser nachgespeist werden muss, dient zur Nachspeisung der Gartenschlauch. Die Menge des vorhandenen Regenwassers wird einfach mit einem Holz-Peilstab ermittelt.

Die Erfahrungen, die Herr Janka mit der Anlage bisher machen konnte, wurden über den gemeinnützigen Förderkreis Solar- und Windenergie Neumarkt e.V. in der Region, auf diversen Veranstaltungen und auch über das Internet (http://www.infofarm.de/regen.htm) verbreitet. Viele Häuslebauer aus nah und fern besichtigten inzwischen die Anlage in Hardt und auch über das Internet wurden bereits Ratschläge an Studenten, Praktiker sogar bis nach Niederlande und Österreich weitergegeben.

Wer nähere Auskünfte über die Anlage erhalten möchte, kann sich direkt mit Herrn Janka in Hardt oder dem Förderkreis in Verbindung setzen.



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