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Projektschule:  Staatl. Berufsschule Pfarrkirchen

Projekt 2000 - 2002 Regenerative Energien

Ausarbeitung durch: Josef Schemmer eMail: j.schemmer@freenet.de

Installation einer Photovoltaikanlage

(Vollständiger Text incl. Bilder - pdf)

Einleitung:

Die Sonne gehört allen Menschen, was nicht heißt, dass alle Menschen, die sie nutzen wollten, auch nutzen können, bzw. dass diejenigen, die sie nutzen könnten, auch nutzen wollen. 

Die Sonnenenergienutzung ist nichts für Leute

-    die den „schnellen Euro“ machen wollen

-    ohne freie, unbeschattete Südseiten, privat oder gemeinschaftlich betrieben (z.B. auf Schuldächern).

Sonnennutzung ist angewandter Umweltschutz, was bekanntlich u.a. eine öffentliche Aufgabe wäre. So mag einmal die Zeit kommen, wo neben vielem gestalterischen Unsinn auch in einen Bebauungsplan die konsequente Ausrichtung der Dachflächen nach Süden vorgeschrieben wird.

Umweltschutz ist aber auch Privatsache aller Menschen. Deshalb gilt die Aussage des Journalisten Franz Alt nur mit Einschränkung, wenn er etwa sagt: „ im Geiste Jesu müssen nicht alle Umweltschützer Christen, aber alle Christen Umweltschützer sein“.

1.Planung

Fast alle Fragen zur Planung einer PV-Anlage können durch folgende grobe Faustformel von Herrn Fahle, Solar-GmbH Furth sehr kurz beantwortet werden:

1 kW p elektrische Leistung benötigt

10  m² Dachfläche; erzeugt

100  % „ sauberen“  Solarstrom ; erntet jährlich

1000 kWh elektrische Arbeit p.a. und kostet

10000  DM netto (o. MWSt) und wird finanziert über das 100000  Dächer-Programm

2. Leistungsbeschreibung des selbstgebauten Solarkraftwerks

-    20 Stück Solarmodule ASE-250-DG-UR/C15 rahmenlos(245 Wp) mit   

plus/minus 4 % Leistungsschwankung = 2,16 m²

? 4,9 kWp auf 43,3 m² Fläche

-    2 Stück Netzwechselrichter in Edelstahl, frei von Trafos; deshalb

96 % Wirkungsgrad mit 5 Jahren Garantie

-    Befestigung mit V2A-Haken

-    diverses Gummikabelmaterial

3. Kostenkalkulation

Gesamt-Material-Preis inkl. MWSt bei eigener Montage

 und Verkabelung:                                                                62120,00 DM

Betreiber eines Solarkraftwerks gelten fiskalisch als gewerbliche Strom-produzenten und erhalten folglich die MWSt für die Investition rückerstattet; in diesem Fall 8568,27 DM

Die Anlage wird in 20 Jahren  abgeschrieben, davon die ersten 5 Jahre degressesiv mit  15 % p.a.  vom jeweiligen Restwert .Das heißt, sie ist nach 5 Jahren schon bis auf einen Restwert von  23148,00 DM abgeschrieben!

Der erzeugte Strom  wird bei Inbetriebnahme noch in diesem Jahr  mit

0,99 DM/kWh in das Netz eingespeist(Preisgarantie = 20 Jahre + Installationsjahr).

Gesamtrendite unter Berücksichtigung der Förderung bei Fertigmontage

7,48 %; im vorliegenden Fall 8 % oder mehr, wobei allerdings erst nach ca

12,5 Jahren die Gewinnphase erreicht wird. 

Im vorliegenden Fall darf davon ausgegangen werden, dass die zur Produktion der Anlage erforderliche Energie nach ca 2,5 Jahren durch die Sonne zurückgeholt wird. Grund: Die Gewinnung der Module erfolgt aus octagonen, kristallinen Si-Röhren, deren Mantelflächen bereits die Dicke und Kantenlänge der Wafer besitzen - das energie- und materialintensive Zersägen der Rohlinge entfällt.

4. Finanzieller Anreiz durch das Erneuerbare Energie Gesetz

Das EEG vom 01.04. 2000  garantiert nicht nur die schon genannte Dauer und den Preis der Stromeinspeisung an den Netzbetreiber.

Über das sog. 100000-Dächer-Programm vom 01.01.1999 gewährt der Staat auch 10 Jahre lang einen Kredit mit 1,90 % an private Betreiber, wobei die ersten beiden Jahre tilgungsfrei sind. Da nur max. 5 kWp zu 100 % gefördert werden, erscheint diese Leistungsgröße auch als optimales Limit.

Anträge an die zuständige Kreditanstalt für Wiederaufbau werden über die Hausbank gestellt.

Die dargestellte Anlage wurde zwar über die Bank bei der KfW angemeldet, wegen der Antragsflut aber zunächst auf eigenes Risiko vorfinanziert, was wegen des dieses Jahr noch günstigen Strompreises günstig erscheint.

5. Denkbare Schwierigkeiten

5.1 selbstverursacht:

-    Es ist denkbar, dass jemand seine handwerklichen Fähigkeiten überschätzt und über die reine Zählerinstallation hinaus fremde handwerkliche Hilfe für die Installation benötigt. Es fallen dann Mehrkosten von ca. 4000 DM an.

-    Die Anlage erleidet Schaden durch Brand, Sturm oder Hagel und ist nicht versichert. Versicherung gegen Vandalismus ist wegen des hohen Beitrags zu überlegen.

5.2. fremdverursacht:

-    der Netzbetreiber ist so überarbeitet und die Installation des Übergabezählers zieht sich hin (jeder Tag früher am Netz lässt die Markstücke durch die Leitung eher rollen!)

-    der Netzbetreiber „findet“ die Antragsunterlagen nicht mehr oder behauptet gar - wie im vorliegenden Fall - der 5 Wochen vorher abgegebene Antrag auf Einspeisung wäre nie gestellt worden.

-    Module sind z.Z. sehr begehrt, sodass schon Seecontainer voll davon, die nach Übersee gehen sollten und auf den Weltmeeren unterwegs waren, nach Deutschland zurückgeholt wurden. Bei uns sind die Gewinnmöglichkeiten der Hersteller derzeit sehr gut. Deshalb sind die genannten Anlagepreise auch nicht mehr aktuell. Die Tatsache, dass die Module trotz hochtouriger Massenproduktion preislich nicht fallen, hat Bundeswirtschaftsminister Müller bekanntlich zu der Aussage veranlasst, das 100000-Dächer-Programm sei seiner Ansicht nach wirtschaftspolitisch gesehen ein Fehlschlag.

-    Die KfW arbeitet immer noch Anträge des letzten Kalenderjahres ab, was entsprechende Wartezeiten bedingt. Alternative! Man entschließt sich zur Vorfinanzierung durch Eigenmittel oder durch einen Zwischenkredit. Banken können hier sehr flexibel sein! Anfallende Schuldzinsen des „Gewerbetreibenden“ sind steuerlich absetzbar. Ich würde, wie schon angedacht, zu diesem Vorgehen raten, da bei Inbetriebnahme erst im Jahr 2002 nur noch 0,94 DM/kWh 20 Jahre garantiert werden und jedes weitere Installationsjahr später jeweils 5% weniger. Die Rentabilität steht und fällt aber mit dem Einspeisungspreis!

-    Die Akzeptanz als gewerblicher Stromproduzent durch das Finanzamt.

Der potentielle Anlagebetreiber hat ja das Ziel, die dem Lieferanten gezahlte MWSt möglichst umgehend vom Finanzamt zurückzu-erhalten. Diese Behörde wird zunächst auch andere Vorstellungen über die Art und die Höhe der AfA-Sätze haben. An den zähen „Buchbinder-Wanninger-Verhandlungen“ mit den Finanzbeamten/innen, die sich z.T. zurückhaltend und uninformiert gaben, hatte ich zunächst keine Freude. Sie warteten und warten nur darauf, dass einer wie Sie oder ich kommen, um einmal im Leben den Unternehmer zu spielen... Nachahmern wünsche ich jetzt schon viel Spaß bei den Verhandlungen!

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