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Teilprojekt: Betriebsmanagement - BS Pfarrkirchen - Dr. Michael Zauner

Dezember 2000 - Seite als Word- bzw. PDF- Dokument - weitere Ansichten bitte ins Landforum eintragen:

1. Rahmen und Reaktionen
  • Zukünftige Rahmenbedingungen

    • Mehr Markt
    • Stärkere Preisschwankungen
    • Weniger Subventionen
    • Weiterhin hohe Umweltstandards
    • Starke Konzentrationen der Industrie
    • Neue Technik, neue Märkte, neue Abhängigkeiten
  • Anpassungsreaktionen

    • Mehr Markt
    • Kosten senken durch Rationalisierung
    • Wachsen und weichen
    • Weitere Trennung von Eigentum und Bewirtschaftung
    • Vielfältigste horizontale und vertikale Vernetzung
    • Mehr Marktnischen und Dienstleistungen
  • Forderungen an das Umfeld

    • Keine besondere Einkommenspolitik
    • Kompensation „politischer" Nachteile
    • Abbau bürokratischer Hemmnisse
    • Keine Behinderung moderner Strukturen und Produktionsweisen
    • Forschung, Beratung und Verwaltung an den Unternehmen orientieren
    • Bild des Landwirts als Unternehmer

2. Visionen für den Pflanzenbau

 

Vision 1

Internationaler Standard

Vision 2

Schutz vor der Herausforderung

Vision 3

Rückzug in den deutschen Wald

Öffentliche Zahlungen

strukturwandel- mildernd

strukturwandel- mildernd

sozialstützend

Wirtschaftliches Verhalten

Wettbewerb

Wettbewerb mit „Umweltkomponenten"

Landschaft + „Umwelt"

Ökonomische Bestimmungsfaktoren

Preis-/ Kostenrelationen

Preis-/ Kostenrelationen mit Umweltausgleich

„Umwelt" leistungsgebunden

Produktions- technologie

höchster Standart, innovativ

Standart, trendforttreibend

Rückläufig

Produktmärkte

International, neue Produkte

National auf heutigem Standart

Lokal, regional, „gesundheits"-bezogen

Input

sehr hoch

hoch, unter Ausschluss von high- tech

sehr niedrig

Wahrscheinlichkeit des Eintretens

niedrig

mittel- hoch

hoch

3. Perspektiven für Milchviehhalter

Der Strukturwandel in Richtung auf weniger und größere Betriebe wird sich fortsetzten, infolge der Verfügbarkeit neuer Technologien wahrscheinlich sogar beschleunigen.

Wenn auch speziell die AMS (automatisches Melksystem) –Technik die Standardisierung der Milchproduktion verbessert und damit arbeitsteilig organisierte Großbetriebe tendenziell begünstigt, ist unter deutschen Standortbedingungen auf absehbare Zeit nicht mit einer Dominanz „industrieller" Tierhaltung in der Milchviehhaltung zu rechnen. Der Trend dürfte eher zum „erweiterten Familienbetrieb" gehen.

Die neuen Technologien werden in den Milchviehbetrieben zu einer erheblichen Erweiterung des Leistungspotentials je Arbeitskraft führen. Um diese Potentiale auszuschöpfen, sind Betriebserweiterungen, Flächenarrondierung etc. in großem Stil notwendig.

Wenn sich diese am Standort Deutschland nicht umsetzen lässt, ist längerfristig ein erheblicher Verlust von Marktanteilen vorprogrammiert.

Die Marktentwicklung wird durch die weltweit wachsende Nachfrage nach Milchprodukten bestimmt. Zur Frage, ob das Angebotswachstum in den verschiedenen Erdteilen hiermit Schritt halten kann, werden unterschiedliche Einschätzungen vorgetragen. Aus diesem Grund gibt es auch abweichende Bewertungen der künftigen Entwicklung der Weltmarktpreise.

Die Produktionsstrukturen werden sich zunächst in den bekannten Mustern weiterentwickeln: Kleinbetriebe geben auf, und der erweiterte Familienbetrieb wird weiter an Bedeutung gewinnen. Mit der verbreiteten Einführung automatischer Melksysteme (AMS) kann es jedoch zu Strukturbrüchen kommen.

Auch zu dieser Frage gibt es noch unterschiedliche Auffassungen der Experten. Einige erwarten von der neuen Technologie eine Stabilisierung der Familienbetriebe, andere eine Stärkung der arbeitsteilig organisierten Großbetriebe. Es ist anzunehmen, dass auch die Fortschritte in der Biotechnologie zu einer weiteren Beschleunigung des Strukturwandels führen. Ob sich im Bereich der Biomedizin ganz neue Produktrichtungen in nennenswerten Umfang etablieren werden, kann derzeit noch nicht zuverlässig eingeschätzt werden.

Bei den Verarbeitungsstrukturen wird sich der Trend zur Zusammenlegung und Vergrößerung von Unternehmen ebenfalls fortsetzen. Hier gehen die entscheidenden Impulse vom Lebensmittelhandel aus. In bestimmten Regionen werden Landwirte ihre Milch nur noch an einen einzigen Abnehmer liefern können. Diesem Trend mit den Mitteln des Kartellrechts entgegenzutreten, erscheint wenig erfolgversprechend. Lieferantenzusammenschlüsse werden unverzichtbar.

Die internationale Wettbewerbsfähigkeit größerer deutscher Milchviehbetriebe ist innerhalb der EU günstig einzuschätzen. Gegenüber den Standorten auf der Südhalbkugel der Erden, an denen ganzjährig Weidehaltung möglich ist, bestehen deutliche Wettbewerbsnachteile.

Infolge der unzureichend entwickelten Produktionsstrukturen weist die Mehrzahl der deutschen Betriebe allerdings auch Kostennachteile gegenüber Standorten auf, die über keine klimatischen Vorteile verfügen (z.B. Großbritannien, USA). Zur Frage, inwieweit rechtliche Rahmenbedingungen für Kostennachteile am Standort Deutschland verantwortlich sind, besteht Forschungsbedarf.

Welche Schlussfolgerungen für die Agrarpolitik man aus diesen Einschätzungen zieht, hängt unter anderem davon ab, welche Vorhersage über die Geschwindigkeit des Liberalisierungsprozesses im Agrarbereich getroffen wird. Wenn die Liberalisierung umgesetzt wird (und darüber wird auch von Nicht- Agrariern entschieden), dann hängt das Schicksal der deutschen Landwirtschaft in erster Linie von ihrer künftigen Wettbewerbsfähigkeit ab.

Aus diesem Grunde werden Grundzüge einer auf Wettbewerbsfähigkeit ausgerichteten Agrarpolitik dargestellt:

  • Verzicht auf Mengensteuerung (keine Milchquote; keine gestaffelten Rindfleischprämien),

  • Mittelfristiger Erhalt des Importschutzes (dafür Zugeständnisse bei den Exporterstattungen und bei der Intervention),

  • Aktive Weiterentwicklung der Landnutzungsstruktur (zur gleichzeitigen Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, des Naturschutzes und des Freizeitwertes),

  • Rückführung von staatlichen Auflagen, statt dessen Stärkung der freiwilligen Anreizprogramme.

4. Die Zukunft der Veredelungswirtschaft

Wie könnte sich die Struktur der deutschen Fleischproduktion in den kommenden zehn bis zwölf Jahren entwickeln? Vier Schauplätze sind hierfür maßgeblich:

  1. Globalisierung der Fleischmärkte,
  2. Produktsicherheit,
  3. Tiergesundheit und Tierschutz,
  4. Umweltverträglichkeit der Produktion.

Über Erfolg und Misserfolg der Erzeuger und der nachgelagerten Industrie entscheiden die Antworten, die auf diese Herausforderungen gegeben werden.

Bei der Entwicklung der Marktprodukte (1.) ist die Orientierung auf die Zielgruppe entscheidend. Hier muss der geänderten Alters- und Sozialstruktur der Bevölkerung ebenso Rechnung getragen werden wie die Globalisierung der Märkte. Die Notwendigkeit der Anpassung ergibt sich aus:

  • Der wachsenden Zahl älterer Bevölkerungsgruppen,

  • Einer zunehmenden Zahl an Single- Haushalten,

  • Einem Trend, immer mehr Mahlzeiten außer Haus einzunehmen,

  • Einer steigenden Nachfrage nach vorgefertigten Komponenten für Großverbraucher,

  • Einem wachsenden Nahrungsmittelmarkt für Bevölkerungsgruppen unterschiedlicher ethnischer Prägung,

  • Guten Absatzmöglichkeiten für qualitativ hochwertige Produkt auf dem Weltmarkt.

  • Hinsichtlich der Produktsicherheit (2.) sowie Herkunfts- und Qualitätssicherung bestehen zum Aufbau vertikal integrierter Produktionsketten mit Herkunfts- und Qualitätssicherungssystemen keine Alternativen. Das zeigen aktuelle Diskussionen um Schweinepest, BSE und Hormonfütterung in der Kälbermast. Daraus entstehen Forderungen nach einer größeren Produktsicherheit und einer lückenlosen Dokumentation der Herkunft.

    Tiergesundheit, Tierschutz und Umweltverträglichkeit (3.) und (4.) sind Forderungen, die gerade von der nachwachsenden Generation immer deutlicher artikuliert werden. Wer als Erzeuger und Vermarkter von tierischen Nahrungsmitteln auf die Dauer nicht in der Lage ist, den Nachweis einer umweltverträglichen und tiergerechten Produktion zu organisieren, kann diese Kunden nicht gewinnen. Hier nehmen die großen Einzelhandelsketten in Großbritannien eine Vorreiterrolle ein. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die dort formulierten Standards auch in anderen Staaten der EU gefordert werden. Die Devise heißt, sich rechtzeitig auf solche Entwicklungen einzustellen. Für das Jahr 2010 zeichnet sich für die Schweine- und Rindfleischproduktion folgende Szenarien ab. Für die Schweineproduktion kann dabei von folgender These ausgegangen werden:

    These:

    Der internationale Wettbewerb ist für die deutschen Schweinefleischproduzenten nicht über den Preis zu gewinnen. Produktsicherheit, Tiergesundheit, Tierschutz, und Umweltverträglichkeit sollten daher Basis einer Marktstrategie werden.

    Fünf Handlungsfehler sind vorrangig zu bearbeiten:

    • Schaffung von ausreichenden Bestandsstrukturen zur Sicherung hinreichender Einkommen unter Nutzung der Vorteile großer Einheiten

    • Neuorganisation der Zuchtsauenhaltung zur Sicherstellung der Versorgung mit qualitativ hochwertigen Ferkelmaterials aus einem oder zwei Sauenhaltungsbetrieben und Vermeidung langer Tiertransporte.

    • Anpassung der Kapazitäten bei Schlacht- und Zerlegebetrieben in abgegrenzten Produktionsräumen auf die Mastschweine- Erzeugung.

    • Installation von Verbundsystemen zur Etablierung von Herkunfts- und Qualitätssicherungssystemen.

    • Ausweitung der Kapazitäten auf der Verarbeitungsstufe im Bereich der Selbstbedienungs- Ware und der Convenience- Produkte.

    These:

    Die deutschen Rindfleischproduzenten werden nur dann erfolgreich sein, wenn es gelingt, das Vertrauen in das Produkt beim Konsumenten zurückzugewinnen. Gelingt dies nicht, ist von weiteren Marktverlusten auszugehen, auch wegen der Regelungen in der Agenda 2000.

    In der Mastrindfleischproduktion sind folgende sechs Handlungsfelder von vorrangiger Bedeutung:

    • Durch gezielte Aufklärungsarbeit und Werbestrategien muss versucht werden, das Vertrauen der Verbraucher in das Produkt Rindfleisch zurückzugewinnen.

    • Es müssen Bestandsgrößen geschaffen werden, die neben der Sicherung hinreichender Einkommen für die Betriebe auch in der Lage sind, die Vorteile großer Einheiten zu nutzen. Dies setzt eine entsprechende Einflussnahme auf die Regelungen in der Agenda 2000 voraus.

    • Die Milchviehhaltung muss so organisiert werden, dass einerseits die Herdbuchbetriebe weiterhin wertvolles Tiermaterial zur Remontierung der Milchviehbetriebe und für den Export bereitstellen können und andererseits aus den reinen Abmelkbetrieben durch Einkreuzen von Fleischrassen Kälber und Jungrinder für die intensive Stallmast von Rindern zur Verfügung stehen.

    • Die Kapazität der Schlacht- und Zerlegebetriebe müssen Verbundsysteme installiert werden, weil nur so Herkunfts- und Qualitätssicherungssysteme möglich sind, die zu einer Erhöhung der Produktsicherheit beitragen.

    • Auf der Verarbeitungsstufe müssen neue Produkte entwickelt werden, die den veränderten Marktbedingungen Rechnung tragen, und entsprechend die Kapazitäten im Bereich der Selbstbedienungs- Ware und der Convenience- Produkte ausgeweitet werden.

    5. Nachhaltige Tierproduktion

    Nachhaltige Tierproduktion kennzeichnet Formen der Nutztierhaltung, die darauf ausgerichtet sind, qualitativ hochwertige Produkte für den menschlichen Verzehr und/ oder die nachgelagerte Industrie zu erzeugen.

    Bei der Produktion werden das natürliche Verhalten der Nutztiere und ihr Wohlergehen berücksichtigt. Alle Schritte des Produktionsvorganges werden kontrolliert und dokumentiert, um die Herkunft des Produktes nachvollziehen und seine Sicherheit garantieren zu können. Die Produktion findet in regional autarken Produktionssystemen statt, um lange Tiertransporte unnötig zu machen und das Seuchenrisiko zu minimieren.

    Die Aufrechterhaltung der Tiergesundheit ohne Einsatz von Antibiotika ist anzustreben. Hierbei sind neue Wege in der Haltung der Nutztiere, der Seuchenhygiene und der Impfprophylaxe (Einsatz gentechnische hergestellter Impfstoffe) zu bestreiten.

    In der Verbindung mit der pflanzlichen Erzeugung werden geschlossene Nährstoffkreisläufe auf lokaler- bzw. regionaler Ebene angestrebt. Die Produktion innerhalb der gesamten Produktionskette ist so zu organisieren, dass negative Auswirkungen auf den Boden, Wasser und Luft möglichst gering gehalten werden, um eine langfristige Bodenfruchtbarkeit zu sichern und den Lebensraum der Menschen nicht zu gefährden.


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