Regeln für Fruchtfolgen:

Als Fruchtfolge wird der Wechsel von bestimmten Fruchtarten in festliegender Reihenfolge auf der gleichen Ackerfläche bezeichnet. Die Fruchtfolge hat für die Erhaltung und Mehrung der Bodenfruchtbarkeit große Bedeutung. Bei Anwendung einer zweckmäßigen Fruchtfolge wird die Entwicklung des Bodens und damit die Ertragssteigerung, die wiederum eng mit der Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit verbunden ist, beeinflusst. Je höher die Erträge sind, um so mehr Wurzelmasse verbleibt im Boden und um so mehr Futter wird erzeugt. Dadurch können die Viehhaltung erweitert und der Acker besser mit Wirtschaftsdünger abgedüngt werden.

Folgende Grundsätze sind wichtig:

  • Es muss ein geregelter Fruchtwechsel eingehalten werden
    • zwischen Flachwurzlern und Tiefwurzlern,
    • Stickstoffzehrern und Stickstoffmehrern,
    • Humusmehrern und Humuszehrern,
    • garezehrenden und garemehrenden Pflanzen,
    • starkzehrenden und schwachzehrenden Pflanzen

Blattfrüchte  =  Nährstoffmehrer
Halmfrüchte =  Nährstoffzehren

  • Nur eine ausgewogene Fruchtfolge sichert langfristig die Gesundheit und den Ertrag der Kulturpflanze
  • Die Fruchtfolge muss nach acker- und pflanzenbaulichen sowie nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten festgelegt werden.

  • Die Verträglichkeit mit sich selbst und mit anderen Kulturpflanzen muss berücksichtigt werden.
    • Mit sich selbst verträglich sind:
      Roggen, Mais, Speisebohnen, Kartoffeln und Tabak
    • Mit sich selbst unverträglich sind:
      Weizen, Klee, Luzerne, Erbsen Gerste, Hafer, Lein und Rüben. 
      Diese Pflanzen dürfen im Zuckerrübenanbau nicht nach Raps (oder umgekehrt) und Lein nicht nach Erbsen (oder umgekehrt) aufeinanderfolgen.
  • Bei Nichteinhaltung kann es zu Mangelerscheinungen, Veränderung des Bodencharakters und Ertragsminderung (siehe Versuch zur Selbstfolge von Winterroggen), vermehrtem Schädlingsbefall und Krankheiten kommen!!!
  • Anhaltspunkte für das Zusammenstellen von Fruchtfolgegliedern können dem Fruchtfolgekreuz entnommen werden. Es zeigt, ob die oben angeführten Vorfrüchte für die links angegebenen Nachfrüchte zweckmäßig oder zu vermeiden sind. Dazu ist jeweils der Schnittpunkt der zugehörigen waagerechten und senkrechten Spalten aufzusuchen.

  • Organische Dünger müssen innerhalb der Fruchtfolge besonders zu Pflanzen gegeben werden, die ihn am besten nutzen.
  • Die Fruchtfolge ist so einzurichten, dass die Nachfrucht den Vorfruchtwert entsprechend ausnutzen kann.
  • Der Anteil der einzelnen Kulturpflanzen an der Ackerfläche ergibt, in Prozenten ausgedrückt, das Ackerflächenverhältnis. Daran ist zu erkennen, wie der Betrieb organisiert ist, welche Kulturen im Anbau im Vordergrund stehen und welche Schwerpunkte um Einsatz der Arbeitskräfte und der Maschinen berücksichtigt werden müssen. Das Anbauverhältnis gibt lediglich an, welche Kulturen auf dem Acker angebaut werden. Es sagt nichts über die Reihenfolge der Kulturen innerhalb eines Schlages aus. Diese Aufeinanderfolge wird durch die Fruchtfolge festgelegt.
 
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