Maisanbau und Fruchtfolge

Mais ist ein wertvolles Fruchtfolgeglied in getreidebetonten Fruchtfolgen. Er stellt eine ökologische Bereicherung dar, speziell im Hinblick auf die Fruchtwechselkrankheiten bei Getreide oder Raps. Die Unkrautbekämpfung wird wesentlich erleichtert, da Zeitpunkt und Dauer der Bodenbedeckung durch den Mais völlig verschieden ist im Vergleich zu Getreide. Zudem werden völlig andere Herbizide verwendet. Mais kann außerdem auch als Refugium verschiedener Nützlinge betrachtet werden, das durch die lange Vegetationsperiode und die hohe Grünmasse entsteht, die sich vom Sommer bis spät in den Herbst ungestört durch häufige Schnitte und breitflächig ausgebrachte Fungizide und Insektizide entwickelt.

Mais gilt als selbstverträgliche Kultur, die nur geringe Ansprüche an die Fruchtfolge stellt. In Deutschland, Dänemark und im Elsass wurde Mais zum Teil fünf, zehn und 15 Jahre lang auf 2/3 bis 4/5 der Ackerfläche angebaut. Mais bringt hohe Erträge und im Anbau sind alle Arbeit mechanisierbar, deshalb hat der Maisanbau auch in der Schweiz eine starke Ausdehnung erfahren und wird in einigen Gebieten als Monokultur oder in sehr engen Fruchtfolgen angebaut.

Dadurch ist es teilweise zu Problemen mit Bodenerosion, zur Entwicklung von resistenten Unkräutern, Nitrat-Verlusten und Herbizidinfiltration ins Grundwasser gekommen

Ausserdem kann ein zu häufiger Anbau entscheidende Nachteile für den sonst guten Vorfruchtwert des Maises für Getreide mit sich bringen, weil Krankheitserreger (Fusarium-Schadpilze) gefördert werden, die auch das Getreide befallen. Unter anderem deshalb wird empfohlen, einen Maisanteil von 20-30 % in der Fruchtfolge nicht zu überschreiten. MAILLARD, 1991 empfiehlt unter Berücksichtigung der in der Praxis üblichen Anbauintensität einen max. Anteil von 50 % Mais in der Fruchtfolge. In Deutschland sind der Maiszünsler und der Beulenbrand für die Fruchtfolge von wichtigster Bedeutung; wegen diesen beiden Schadorganismen wird empfohlen, eine Anbaupause von mindestense drei Jahren einzuhalten.

Die Erhöhung des Maisanteils wird limitiert, solange Mais und Getreide keine Resitenzen gegen Fusarium-Schadpilze besitzen. Falls es sich bei der erwähnten Pilzresistenz gegen Fusarium-Arten handelt, und die Resistenz vollständig ist, kann mit wichtigen Konsequenzen für die Fruchtfolge gerechnet werden. Indirekte Auswirkungen auf den Getreideanteil sind zu erwarten. Auch die Stellung des Maises innerhalb der Fruchtfolge könnte sich künftig ändern, falls ein Anbau nach Wiesenumbruch bei entsprechender Insektenresistenz gegen Drahtwürmer möglich wird.

Die Anbaufläche von Körner- und Silomais zusammen liegt etwa bei 65.000 ha. Die Ausdehnung dieser Fläche wird prinzipiell von der Nachfrage bestimmt. Solange Mais nicht anderswertig, z. B. für die Produktion industrieller Rohstoffe, verwendet wird, ist deshalb nicht mit allzugroßen Veränderungen zu rechnen. Der Anbau wird ausserdem weniger durch phytomedizinische als durch klimatische Faktoren limitiert und wurde daher bisher durch den allgemeinen Züchtungsfortschritt in Richtung gut angepaßter, leistungsfähiger Sorten bestimmt.

Es stellt sich insgesamt die Frage, ob die Entwicklung indirekter oder nicht-chemischer Bekämpfungsmethoden stattgefunden hätte, wenn bereits transgene, insektenresistente Sorten zur Verfügung gestanden wären und inwieweit die Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet solcher Methoden durch transgene Pflanzen damit verdrängt wird.

(Quelle: TA-Materialien, www.bats.ch )

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