Begriffserklärungen 

Fruchtfolge im Wandel der Zeit Fruchtfolge in der Praxis Pflanzen- wechselwirkungen Nachwachsende Rohstoffe Begriffsindex

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Anbaupause    Notwendige Mindestzeitspanne in Jahren, die als Anbauabstand bis zum Wiederanbau einzuhalten ist. Sie steht in enger Wechselbeziehung zur Anbaustruktur. So begrenzt beispielsweise eine Anbaupause von drei Jahren den Anteil dieser Fruchtarten am Ackerflächen-Verhältnis der Fruchtfolge auf 25 %.
agronomisch   ackerbaulich
Brache   Teilweises oder vollständiges Aussetzen des Anbaues auf einer bestimmten Fläche im Verlaufe unterschiedlicher Zeiträume. Je nach Zeitdauer, Agrartechnik und Einsatz von Zwischenfrüchten werden Voll- und Teilbrache, Schwarz- und begrünte, einjährige (Rotationsbrache) und mehrjährige Brache unterschieden.
Blattfrüchte    In der Fruchtfolge alle Nichtgetreidearten einschließlich des Grün- und Silomaises sowie des Ackergrases. Sie werden als tragende Fruchtarten bezeichnet.
Bodenfruchtbarkeit   Zusammenfassung aller vorhandener phys., chem. und biol. Eigenschaften des Bodens, um Pflanzen als Standort zu dienen (Nährstoffversorgung, Luft- und Wasserhaushalt).
Doppelfruchtwechsel Der zweijährige alternierende Anbau in Form von Vierfeldergliedern 
2 x Blattfrucht - 2 x Halmfrucht wird als Doppelfruchtwechsel bezeichnet.
Dreifelder-
wirtschaft
  im 8. Jahrhundert Wechsel zwischen:
      Brache, Wintergetreide, Sommergetreide

später verbessert zu:
    1. Brachfrucht (Hack- oder Futterfrucht)
    2. Getreide (Winter- oder Sommergetreide)
    3. Getreide (Winter- oder Sommergetreide)

Düngemittel   Stoffe, die das Wachstum, den Ertrag bzw. die Qualität von Pflanzen verbessern. 
Man unterscheidet zwischen organischen Düngemittel (Stallmist, Gülle oder Gründüngung, Kompost) und mineralischen Dünger (Handels- oder Mineraldünger z.B. Branntkalk, Kali, Kalkammonsalpeter).
     
Fruchtarten   tragende Fruchtarten >> Blattfrüchte; abtragende Fruchtarten >> Halmfrüchte
Fruchtfolge   Zeitliche Aufeinanderfolge im Anbau von Kulturpflanzen. Sie kann durch Zusätze näher bezeichnet werden, z. B. Getreidefolge, Blattfruchtfolge, Halmfruchtfolge.
Zeitliche Aufeinanderfolge der Fruchtfolgeglieder vom ersten (tragenden) Blattfruchtfeld bis zum letzten (abtragenden) Getreidefeld.
Fruchtfolgeglied  Kulturpflanze innerhalb einer Fruchtfolge
Vierfelderglieder bestehen z. B. aus einer Blattfrucht und drei nachfolgenden Getreidefeldern, Dreifelderglieder aus einer Blattfrucht und zwei Getreidefeldern.
Fruchtwechsel      Jährlich alternierender Anbau von Blatt- und Halmfrüchten in Hauptfruchtstellung in Form von Zweifeldergliedern. Doppelfruchtwechsel oder Überfruchtwechsel
Fruchtfolgewirkung   Einfluss der gesamten Rotation auf die Ertragsleistung der angebauten Fruchtarten und auf die Bodenfruchtbarkeit. Die Fruchtfolgewirkung kann in die Wirkung des zugrundeliegenden Ackerflächenverhältnisses und die Wirkung der spezifischen Aufeinanderfolge der Fruchtarten gegliedert werden.
Fruchtfolgeschäden   Folgen einseitigen Anbaus einer Kulturpflanze; einseitige Verunkrautung, Gareverlust, bes. starke Ausbreitung pilzlicher oder tierischer Schädlinge in einem Bestand.
     
Halmfrüchte   Alle Getreidearten einschließlich Körnermais sowie alle Getreide-Hülsenfruchtgemenge mit weniger als 30 % Hülsenfrüchten. Sie werden als abtragende Fruchtarten bezeichnet.
Hauptfrucht Alle Fruchtarten, die in der gesamten oder in der überwiegenden Vegetationsperiode auf dem Feld stehen.
     
Leguminosen   Hülsenfrüchte, welche Stickstoff aus der Luft binden und im Boden speichern; z.B. Kleearten, Luzerne, Ackerbohnen, Erbsen, Wicken oder Lupinen.
     
Monokultur   Mehr als fünfjähriger, meist langjähriger Nacheinanderbau der gleichen Fruchtart (Daueranbau, Langzeitanbau).
Nachfrucht   Die der Hauptfrucht auf derselben Fläche folgende Hauptfrucht.
Nematoden   bodenbürtige Schaderreger, Fadenwürmer
Pathogen   Substanz, die eine Krankheit hervorruft.
phytomedizinisch   pflanzenmedizinisch
Restriktion   Einschränkung
Schlagfruchtfolge Gesonderter und variabel gestalteter Anbauablauf vorrangig auf Einzelflächen mit besonders ungünstigen oder im Betrieb wenig verbreiteten Produktionsbedingungen.
Einmalige Selbstfolge   Zweijähriger Nacheinanderbau der gleichen Hauptfrucht.
Mehrjährige Selbstfolge   Drei- bis fünfjähriger Nacheinanderbau der gleichen Hauptfrucht.
Selbstverträglichkeit   Eigenschaft von Fruchtarten, auf den ein- oder mehrmaligen Nacheinanderbau günstig oder ohne wesentlichen Ertragsabfall zu reagieren. Fruchtarten, die in diesem Sinne nach sich selbst angebaut werden können, sind selbstverträglich. 
Fruchtarten, bei denen Aufeinanderfolge oder Selbstfolge negative Wirkungen auf den Ertrag, die Qualität oder den Boden auftreten, sind miteinander oder mit sich selbst unverträglich.
transgen   genetisch verändert
toxisch   giftig
Überfruchtwechsel    Fruchtfolgeglieder mit überwiegendem Blattfruchtanteil werden als Überfruchtwechsel gekennzeichnet.
Übergangsfolge Eine ein- bis zweijährige Anbaufolge zur Einführung geplanter oder Umstellung vorhandener Fruchtfolgen.
Vegetationszeit    Zeitabschnitt, in dem die Pflanzen aktiv sind; d.h. wachsen, blühen und fruchten. Zeit, in der die Tagesmitteltemperatur über 5°C liegt.
Virulenz   Fähigkeit zur Ansteckung einer Krankheit.
Vorfrucht   Die dem Anbau der nachfolgenden Fruchtart - der Nachfrucht - auf derselben Fläche vorangestellte Hauptfrucht.
Vorfruchtanspruch   Anforderung einer Fruchtart an die Vorfrucht. Der Vorfruchtanspruch schließt Anforderungen an die agrotechnischen Termine, an den Bodenzustand und an phytosanitäre (die Gesundheit der Pflanze) Faktoren ein.
Zweitfrucht   Fruchtarten, die nach Winterzwischenfrüchten zum Anbau gelangen.
Zwischenfrüchte Fruchtarten, die zum Schließen von Anbaulücken oder Teilbrachen zwischen zwei Hauptfrüchten angebaut werden und damit eine bessere Nutzung der Vegetationszeit ermöglichen. In Abhängigkeit von der Aussaatzeit und Nutzungszeit werden Winter- und Sommerzwischenfrüchte unterschieden.
   
© 2000 Walter Janka
 
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